Social Initiative Hanau

Echte Konsequenzen fĂĽr Hanau

Wir ziehen vor Gericht!

Echte Konsequenzen fĂĽr Hanau

About this project

Kurzfassung der Familie Kurtović: Nichts ist nach dem rassistischen Terror von Hanau, bei dem wir unseren Sohn Hamza verloren haben, wirklich passiert. Keine Konsequenzen. Weder für uns, noch für die anderen Betroffenen von rassistischer Gewalt. Keiner der Verantwortlichen musste seinen Posten räumen. Die Staatsanwaltschaft nahm bis jetzt keinen Verdacht gegen die Behörden ernst. Wir werden nun klagen. Und wir werden, wenn es nötig ist, bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Ausführlicher: Nach dem rassistischen Terror von Hanau fordern wir Konsequenzen. Dafür ziehen wir vor Gericht. Bis zum Europäischen Gerichtshof. Ihr habt von einigem bereits gehört: Der verschlossene Notausgang am zweiten Anschlagsort, die versprochenen Konsequenzen, der nicht funktionierende Notruf oder dass der polizeibekannte rassistische Terrorist legal Waffen besaß. In all den Skandalen rund um Hanau gab es keine Konsequenzen. Niemand wurde entlassen, niemand musste zurückkehren. Im Gegenteil: Verantwortliche wurden sogar befördert oder lobend in den Ruhestand geschickt. Wir wollen klagen und dafür Sorge tragen, dass die neun aus rassistischen Motiven ermordeten Menschen, darunter unser Sohn Hamza, endlich die würdige Aufarbeitung erhalten, die sie verdienen. Vier Jahre nach dem Anschlag kehrt Normalität in Hanau ein. Die Erinnerung gleicht einer politischen Zeremonie ohne eine Übernahme von Verantwortung. So darf in Deutschland nicht mit rassistischem Terror umgegangen werden. Der Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses im Hessischen Landtag sieht die Verantwortung für den illegal verschlossenen Notausgang zum Beispiel bei der Stadt Hanau. Was die Stadt tut? Nichts. Das lassen wir nicht länger durchgehen.

Die nächsten Schritte:

- Wir lassen ein Klageerzwingungsverfahren einleiten. Die Staatsanwaltschaft hörte mehrere Zeugen nicht zum verschlossenen Notausgang an. Sie will nicht ermitteln? Wir wollen sie dazu zwingen.

- Wir werden nicht locker lassen. Wir ziehen, wenn nötig, vor das Bundesverfassungsgericht und vor den Europäischen Gerichtshof.

Es gibt berechtigte Klagemöglichkeiten

- zum Notausgang, der laut Zeugen auf Anordnung der Polizei verschlossen gewesen sein soll
- zum Polizeinotruf, dessen fehlende Funktionalität der Polizei und der Politik schon lange genug bekannt war
- zum Umgang mit den Angehörigen nach dem Terroranschlag
- zu Versäumnissen der Terrorabwehr im Vorfeld

Wofür wir die Unterstützung konkret benötigen
- Gerichtskosten fĂĽr mindestens drei Instanzen. Angefangen beim Klageerzwingungsverfahren.
- Kosten für Anwältinnen und Anwälte
- Kosten fĂĽr Gutachten
- Kosten fĂĽr Reisen, Treffen mit Zeugen

Frequently asked questions

Was ist der genaue Zweck des Projektes?

Durch juristische Klagen soll es zu Konsequenzen für Verantwortliche des Terrors geben. Das Land Hessen und die Stadt Hanau tragen Verantwortung. Die Zeit, in der verschiedene Behörden und die Politik einander abschirmen und schützen, muss vorbei sein. Es gibt die Möglichkeit, die Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen zu zwingen. Diesen Weg wollen wir gehen. Unser Ziel ist es, durch das Einfordern von Konsequenzen, für Gerechtigkeit zu sorgen und deutlich zu machen, dass Karrieren nicht länger vor Recht und Ordnung stehen.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Die Zivilgesellschaft, die an Veränderung im Umgang mit Rassismus interessiert ist. Was in Hanau passiert ist, betrifft nicht nur unsere Familie, nein, es betrifft auch die Angehörigen aller neun Opfer des rassistischen Terrors. Dabei bleibt es jedoch nicht. Eine Gesellschaft, in der rassistischer Terror geschehen kann, ohne dass Verantwortliche in Politik und Behörden Konsequenzen tragen, ist gefährdet. Diese Gefahr gilt es gemeinsam anzugehen.

Warum sollte die Community dieses Projekt unterstĂĽtzen?

Wenn wir nicht klagen, wird es niemand tun. Jeder Schritt der Aufklärung ging von den Angehörigen der Terroropfer aus. Wir konnten bislang viel erreichen. Nach wie vor weigern sich das Land Hessen und die Stadt Hanau Verantwortung zu übernehmen. Nette politische Aufführungen des Beileids genügen nicht. Wir wollen den Rechtsstaat fordern und das Vertrauen in ihn durch Konsequenzen wieder fördern.

Wofür wird das Geld benötigt?

Finanzierung von Klagen und Gutachten. Vor Gericht zu ziehen, ist teuer. Bis heute finanzierten wir unseren Kampf um Aufklärung selbst. Ein normales Leben ist nach diesem Terror und seinen Folgen für uns undenkbar. Wir wollen Konsequenzen. Wir werden diese Klagen umsetzen lassen.

Wer ist in diesem Projekt involviert?

Die Familie Kurtović, Angehörige des am 20. Februar 2020 in Hanau aus rassistischen Motiven ermordeten Hamza Kurtović

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